Bildungsangebote

Wir sind jetzt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Ein besonderer Tag für unsere Schulgemeinschaft: Am 14.07.2026 wurde die Theodor-Frey-Schule offiziell in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen. Bei strahlendem Wetter feierten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Gäste gemeinsam im Schulpark diesen wichtigen Meilenstein.

Eine Initiative der SMV

Den Anstoß für die Ernennung gab die Schülermitverantwortung (SMV) zu Beginn des Schuljahres, als sie gemeinsam mit den Verbindungslehrkräften bei der Schulleitung anregte, Teil des Netzwerks werden zu wollen. Für die Schulleitung war gleich klar, diesen Weg wollte man gemeinsam gehen. Es folgte eine schulinternen Abstimmung bei der sich 84 % aller am Schulleben Beteiligten dafür aussprachen, den Titel zu tragen – ein klares Zeichen dafür, wie wichtig den jungen Menschen an unserer Schule die Themen Respekt, Vielfalt und Zivilcourage sind.

Rüdiger Jörder, Schulleiter: „Der Gedanke soll gelebt werden“

In seiner Rede machte Herr Jörder deutlich, dass es mit der Verleihung des Titels nicht getan ist: Das Schild allein reiche nicht aus – der Gedanke dahinter müsse jeden Tag aufs Neue gelebt werden und Teil unserer Identität werden. An unserer Schule solle Rassismus keinen Platz haben. Die zentrale Frage hierbei sei nicht: „Haben wir ein Schild an der Wand?“ sondern: „Wie gehen wir miteinander um?“. Das bedeute auch, Courage zu zeigen – bei vermeintlich harmlosen Witzen ebenso wie bei Kommentaren in den sozialen Medien, oder wenn jemand ausgeschlossen wird, weil er „anders“ wirkt.

Alle Menschen an der Schule hätten die gleichen Chancen verdient und den gleichen Respekt, so der Schulleiter weiter. Jede und Jeder trage Mitverantwortung dafür, dies auch umzusetzen. Sein Appell: Tagtäglich Respekt leben, Haltung zeigen – für Vielfalt und gegen Rassismus.

Büsra Isik, Patin: Engagement für ein lebenswertes Miteinander

Als Patin konnte die Schule mit Büsra Isik eine Persönlichkeit gewinnen, die sich seit Jahren beruflich und ehrenamtlich für Menschen in der Region einsetzt. In ihrer Rede bedankte sie sich zunächst herzlich bei der SMV für deren Initiative. Sie betonte, dass Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Lebensweise niemals ein Grund für Ausgrenzung sein dürften.

Schule, so ihre Botschaft, sei weit mehr als nur ein Ort zum Lernen: Hier entstünden Freundschaften, hier würden Meinungen gebildet – ein Ort mit großer Verantwortung.

Andreas Haiß, Landeskoordination SoRSmC: Willkommen im Netzwerk

Auch ein Vertreter des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hieß unsere Schule offiziell willkommen. Er erinnerte an die Wurzeln der Initiative: Das Netzwerk wurde 1995 als Antwort auf rassistische Ausschreitungen gegründet. Sein eindringlicher Appell an die Schulgemeinschaft: Wer sieht, dass Unrecht geschieht, soll sich für andere starkmachen.

Nachdenklich machte auch sein Hinweis, dass der Name des Netzwerks heute eigentlich noch treffender „Schule gegen Diskriminierung jeglicher Art“ lauten könnte. Da Ungleichbehandlung immer zu verurteilen sei.

Mittlerweile sind über 420 Schulen in Baden-Württemberg und über 5000 deutschlandweit Teil dieses starken Netzwerks – unsere Schule reiht sich nun mit Stolz ein.

Lara Guckenhan, Schülersprecherin: „Lasst uns die Generation sein, die nicht schweigt!“

Zu den bewegendsten Momenten der Feier zählte die Rede der Vertreterin der SMV, Lara Guckenhan.
Sie zeichnete das Bild einer Schule, in der niemand Angst haben muss aufzufallen – in der Name, Hautfarbe oder Herkunft nicht darüber entscheiden, wie man behandelt wird. Genau für diese Vision stehe die heutige Auszeichnung.

Auch sie betonte: Ein Schild verändert nichts von allein. Rassismus beginne selten mit großen Schlagzeilen, sondern im Kleinen – mit einem Blick, einem dahingesagten Satz, einem nicht hinterfragten Vorurteil. Besonders das Schweigen derjenigen, die eigentlich wissen, dass etwas falsch ist, sei oft lauter als jede Beleidigung.

Mut, so ihre Botschaft, zeige sich oft in kleinen Gesten: sich zu jemandem setzen, der allein ist, jemanden verteidigen, über den gelacht wird, oder einfach im richtigen Moment „Nein, das geht zu weit“ sagen. Denn an Schulnoten erinnere sich später kaum noch jemand, sehr wohl erinnere man sich jedoch daran, wie man in der Schulzeit behandelt wurde.

Ihre Generation, so Guckenhan, werde zwar häufig zurecht kritisiert, sie habe aber auch gelernt, dass Vielfalt normal ist und jeder Mensch Respekt verdient – und es liege nun an allen, das auch zu leben. Sie schloss mit dem eindringlichen Appell: „Lasst uns die Generation sein, die nicht schweigt.“


Urkunde, Buffet und gute Stimmung

Höhepunkt der Veranstaltung war die feierliche Übergabe der Urkunde, mit der die Theodor-Frey-Schule nun offiziell Teil des Netzwerks ist. Im Anschluss eröffnete Herr Jörder das umfangreichte interkulturelle Buffet, zu dem Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeitende der Schule mit viel Engagement Speisen aus aller Welt beigesteuert hatten. So trafen unter anderem afrikanische auf syrische, ukrainische, polnische und natürlich deutsche Köstlichkeiten, die mit Stolz den Mitschülern präsentiert und von allen probiert wurden.


Bei entspannter Atmosphäre im schönen Schulpark klang der Tag gemütlich aus: Unter den Bäumen wurde zusammengestanden, geredet, gegessen und Federball gespielt – ein gelungener und würdiger Rahmen für einen besonderen Tag in der Geschichte unserer Schule.